Die Vertreterinnen der AsF bei der Söckchenübergabe Söckchen der AsF-Frauen für Koordinierungsstelle
21 Paar bunte Babysöckchen strickten Brigitte und Karin Neugirg von der Kreisvorstandschaft der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) als Begrüßungsgeschenk für den rar gewordenen Nachwuchs. Nur noch 550 Mal im Jahr komme der Storch in den Landkreis, berichtete Diplom-Sozialpädagogin Marianne Fütterer in einer AsF-Sitzung vor kurzem in der „Fantasie“ in Kemnath.
Die aus der Aktion „Warme Füße für die Jüngsten“ übergebenen Söckchen sind Bestandteil eines Begrüßungsgeschenks für junge Eltern der Koordinierungsstelle „Frühe Hilfe“ (KoKi) des Landkreises. Nach der Begrüßung durch Kreisvorsitzende Sybille Bayer informierte Fütterer über das vor eineinviertel Jahren installierte Projekt. Im westlichen Landkreis wird es von ihr, im östlichen von Pia Kürschner betreut.
Dass die Koordinierungsstelle zunehmend benötigt werde, merke man an den anfänglichen Überforderungen junger Mütter, erklärte die Rednerin. KoKi sei ein Netzwerk, in dem unter anderem Hebammen, Frauenärzte, Krankenhäuser und Fachstellen zusammenarbeiten. Bei Auffälligkeiten werde frühzeitig umfassende Hilfe zu allen Problemen, auch finanzieller Art, angeboten. Die Anspruchnahme der Hilfe sei freiwillig, kostenlos und unterliege der Schweigepflicht. Fütterer freute sich über das in Kemnath entstehende Familienzentrum. Hier werden, getragen vom Kinderschutzbund und unterstützt von der Stadt, Eltern neben den Hilfen unter anderem auch Kochkurse angeboten. Denn Alleinerziehende griffen zu oft nach teuren Fertigprodukten, weil sie nicht mehr kochen könnten. Viel Geld ließe sich sparen.
Bis zum dritten Lebensjahr
KoKi unterstützt Schwangere, Alleinerziehende und Familien mit Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr. Ein erstes Projekt ist seit September das Begrüßungspaket für Neugeborene. Es enthält eine Zusammenstellung aller wichtigen Informationen mit Beratungsführer bis zum fünften Lebensjahr und die Babysöckchen.
Die Pakete werden über die Gemeinden verteilt. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde ein Babykurs angeboten, der wegen des großen Zuspruchs wiederholt werden musste. Fütterer berichtete weiter über die Zusammenarbeit mit Kinderkrippen sowie Kindergärten und griff auch die Hilfe bei Nachgeburt-Depressionen auf.
Die Sozialpädagogin beklagte, dass junge Mütter zu oft vor dem Laptop sitzen und dabei ihr Kind vergessen. Sie bedauerte auch das negativ belastete Image der Jugendämter, mit denen zusammengearbeitet werde, um Unterstützung an den Empfänger zu bringen. Brigitte Scharf ergänzte das Referat mit dem Hinweis, dass über 80 Prozent der Betreuungsfälle bei KoKi Alleinerziehende seien. Auch dürften im Landkreis die Augen vor der Kinderarmut nicht verschlossen werden.
Die AsF lud zum Schluss zum 15. Kaffeekranzl in das Schützenhaus nach Erbendorf am Samstag, 28. Januar, ein. Die Einnahmen sind für einen sozialen Zweck bestimmt.
Montags erreichbar
Das Netzwerk für Kinder ist montags in Kemnath von 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 09642/70745 erreichbar. 250 warme Babysöckchen gab KoKi bereits aus. Weitere Söckchen von fleißigen Strickerinnen werden gerne angenommen. Mehr Informationen dazu erteilt Marianne Fütterer. Sie ist auch unter der Rufnummer 09631/88279 beim Landratsamt in Tirschenreuth erreichbar.