SPD-Kreisfraktion besucht Mitterteicher Tafel - Info-Besuch in Ausgabestelle

Veröffentlicht am 15.05.2017 in Kreistagsfraktion

Auf Vermittlung von Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl besuchte die SPD-Kreistagsfraktion die Mitterteicher Tafel. Bienlein-Holl, die Gründungsmitglied und Vorsitzende der ersten Stunde der Tafel ist, habe mit Nicole Fürst seit April eine überaus engagierte neue Vorsitzende finden können. Charmant und mit spürbarer Begeisterung berichtete Fürst von ihren ersten Erfahrungen als neue Vorsitzende und informierte die SPD-Kreistagsfraktion über die wichtigsten Zahlen und Fakten.

So seien gut 1500 Bedarfsgemeinschaften im Landkreis mit Berechtigungskarten ausgestattet, deren Inhaber prinzipiell zwei mal pro Woche, immer am Mittwoch und Samstag, zur Abholung von Lebensmitteln kommen dürften. Durchschnittlich zwischen 60 und 70 Abholer würden an den Ausgabetagen vom Angebot der Tafel Gebrauch machen (müssen), wusste Fürst zu erzählen. In der Spitze seien es auch schon mal bis zu 130 Abnehmer, in der Regel sei aber "für jeden etwas da".

Gegen einen symbolischen Betrag von zwei Euro pro "Einkauf" könnten vor allem Personen, die dem Bereich Arbeitslosengeld II zuzuordnen wären, hier ihre Grundbedürfnisse decken. Fürst lobte die sehr engagierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die in einer gut eingespielten Teamleistung manchen Ansturm zu bewältigen hätten. Leider wird es immer schwieriger, neue Menschen für die ehrenamtliche Mithilfe zu begeistern. Die Tafel würde sich hier sehr freuen, wenn sozial eingestellte Leute, die anderen Menschen helfen möchten, als neue aktive Unterstützer gewonnen werden könnten.

Gerhardt Höhn, der Schatzmeister der Tafel, erläuterte, dass die finanziellen Mittel zwar knapp seien, man hauptsächlich von den Mitgliedsbeiträgen der 274 Mitglieder und Spenden "lebe". Der Rotary-Club leiste hier alljährlich eine nennenswerte Geldspende in 5-stelliger Höhe, so Höhn. Etwa alle zwei Jahre müsse man an die Kommunen mit der Bitte herantreten, ein Defizit anteilig auszugleichen. Da seien - bis auf eine Gemeinde - alle Landkreiskommunen sehr aufgeschlossen, berichtete Höhn. Aktuell stehe eine Ersatzbeschaffung eines Kühlwagens an. Spenden dafür würden gerne entgegen genommen. Die regionale Konjunktur sei beim Abholverhalten durchaus "ablesbar", so Höhn. Brummt die Wirtschaft, fänden manche Tafel-Kunden wieder Arbeit und würden so aus der Berechtigung hinausfallen.

Nicole Fürst danke zum Ende der Stippvisite den SPD-Kreisräten für ihr Interesse an der Arbeit der Tafel, dankte allen, die für die Tafel Spendengelder geben oder in ihrer Freizeit ehrenamtlich beim Ausgeben mithelfen, aber auch allen Geschäften aus der Region, von denen die Lebensmittel (die sonst oft weggeworfen würden) gespendet werden. Nahezu alle Supermärkte und viele Bäcker wären bereit, Waren an die Mitterteicher Tafel abzugeben. Außenstellen finden sich in Erbendorf und Kemnath. Hier werden unter anderem durch Kreisrätin Jutta Deiml und dem Altbürgermeister von Neusorg, Günther König, seit vielen Jahren fertig hergerichtete Lebensmittelpakete an Bedürftige ausgegeben. Fraktionssprecher Rainer Fischer dankte im Namen der SPD-Fraktion für die geleistete Arbeit, ohne die manche Not im Landkreis nicht gemildert werden könne. Er gab zu bedenken, dass es in einem reichen Land wie Deutschland eigentlich keiner Tafeln bedürfen sollte. Als kleine Aufmerksamkeit überreichte Fischer ein Spendenkuvert.

Bild: v.l.n.r. Gerhardt Höhn (Kassier), Ehrenvorsitzende und Kreisrätin Hannelore-Bienlein-Holl, Alfred Schuster (Immenreuth), Tafel-Vorsitzende Nicole Fürst, Brigitte Scharf (Erbendorf), Johann Brandl (Mitterteich), Jutta Deiml (Kemnath), Günther König (Neusorg), Fraktionssprecher Rainer Fischer (Waldsassen) und Peter Merkl (Immenreuth)

 
 

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