Sommerinterview mit 1.Bürgermeister Peter König

Veröffentlicht am 14.09.2008 in Ortsverein

Mittlerweile sind 4 Monate vergangen seitdem du Bürgermeister deiner Heimatgemeinde bist. Der Bürgerbrief möchte mit dir dazu ein Interview führen.

• Du hast am 1. Mai 2008 als Sozialdemokrat den Bürgermeisterposten deiner Heimatgemeinde übernommen. Welche Gefühle oder Gedanken gingen dir da durch den Kopf, als du erstmalig auf dem Bürgermeisterstuhl Platz nehmen durftest.

Der 1. Arbeitstag an meiner neuen Wirkungsstätte war schon etwas Besonderes. Da gehen einem viele Gedanken durch den Kopf. Vor allem wurde mir klar, dass ich nun ein Nachfolger meines Vaters im Bürgermeisteramt bin. Leider durfte er dieses Ereignis nicht miterleben. Eines steht fest, er wäre schon ein wenig stolz gewesen, mich auf dem Bürgermeisterstuhl sitzen zu sehen. Diese emotialen Gefühle beherrschten schon den 1. Arbeitstag.
Aber dann machte ich auch bald praktische Erfahrungen im neuen Beruf. Das Tagesgeschäft hat mich sehr schnell erfasst. Aufgrund der guten Einarbeitungsphase zwischen der Bürgermeisterwahl am 16. März und dem Amtsantritt am 01. Mai mit Bürgermeister a.D. Günther König ist ein guter Start gelungen.

• Wie gefällt dir deine neue Aufgabe als Bürgermeister deiner Heimatgemeinde?

Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde zu sein, ist eine wunderschöne Aufgabe. Es ist für mich die erwartet anspruchs- und verantwortungsvolle Tätigkeit. Der vertrauensvolle Umgang mit unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, mit den Mitarbeitern in unserer Verwaltung und im gemeindlichen Bauhof, aber auch mit Vertretern von überörtlichen Stellen bereitet mir große Freude. Ich gehe jeden Tag sehr gerne in das Rathaus. Die Freude an der Arbeit ist auch die Voraussetzung für ein erfolgreiches Wirken.

• Der Gemeinderat von Neusorg ist ja bekanntlich bunter geworden seit der letzten Kommunalwahl. Wie lässt es sich mit dieser Konstellation im Gemeinderat arbeiten?

Es ist sehr erfreulich, dass die Zusammenarbeit im Gemeinderat sehr kollegial und zielgerichtet ist. Seit dem 01. Mai sind 4 Parteien bzw. Wählergruppen im Gemeindeparlament vertreten. Sie alle haben mich in meiner Stellung als 1. Bürgermeister anerkannt. Im übrigen haben die Wählerinnen und Wähler weder Regierungsfraktionen noch Oppositionen gewählt. Die Bürger haben 14 Gemeinderäte entsandt, mit dem Anspruch, dass alle Gemeinderäte zum Wohle unserer Heimatgemeinde zusammenarbeiten. Dieser Wille ist in unserem Gemeinderat auf jeden Fall deutlich erkennbar.

• Ist sie deiner Meinung nach eher ein Vorteil oder ein Nachteil, diese Zusammensetzung?

Es ist klar, dass bei der jetzigen Zusammensetzung des Gemeinderates auf Konsens gesetzt werden muss. Die Vorschläge und Ideen müssen von mir natürlich kompetent und überzeugend vorgetragen werden. Verbesserungsvorschläge der Gemeinderatsmitglieder, egal von welcher Partei, sind ernst zu nehmen und müssen offen und sachbezogen diskutiert werden. Sehr wichtig ist mir dabei eine offene Informationspolitik. Dadurch gewinnt man im Gemeinderat auch an Vertrauen.

Von Vor- oder Nachteil möchte ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Die Wählerinnen und Wähler haben über die Zusammensetzung des Gemeinderates entschieden. Meine Aufgabe ist es, aus einem vielstimmigen Chor einen guten Klangkörper zu machen.

• Lässt dir die Arbeit als Bürgermeister trotzdem noch etwas Zeit um dich auch sportlich zu betätigen?

Natürlich sind mit dem Amt des Bürgermeisters viele Abend- und Wochenendtermine verbunden. Aber ein wenig Freizeit braucht man natürlich auch, um wieder Kraft für neue Ideen zu gewinnen. Einen Teil dieser Freizeit nutzen meine Frau und ich für Fahrradtouren in der näheren und weiteren Umgebung. Auch im Gemeindebereich bin ich öfters mit dem Fahrrad unterwegs. Das hat 2 Vorteile. Zum einem habe ich eine sportliche Betätigung, zum anderen erkenne ich manche Dinge in unserem Ort, die ich dann dienstlich wieder aufgreifen kann. Ich nenne es, das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

• Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Das ist eine schwierige Frage, die man selbst kaum objektiv beantworten kann. Viel wichtiger wäre für mich zu wissen, wie mich unsere Gemeindebürger einschätzen.
Unser ehemaliger Bundespräsident Johannes Rau hat einmal gesagt, er wolle „versöhnen statt spalten“. Meine Lebensauffassung kommt dieser Aussage schon sehr nahe. Zumindest bemühe ich mich, diesem Anspruch gerecht zu werden.

• Man merkt, in dir steckt viel Elan, Sachkunde und Zielstrebigkeit. Ein Bürgermeister mit Ideen und Idealen. Was ist deine größte Herausforderung für die nächsten 6 Jahre?

Zusammen mit meinen Freunden im SPD-Ortsverein habe ich für die bevorstehende Legislaturperiode verschiedene Wahlaussagen formuliert. Jede Wahlaussage ist für mich von großer Wichtigkeit, weil ich der festen Überzeugung bin, dass unsere Heimatgemeinde dadurch ein Stück liebenswerter und lebenswerter wird. Im Bereich „kinderfreundliche Gemeinde“ wurden mit der Erhöhung des kommunalen Kindergeldes und, in guter Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchenverwaltung, mit der Einrichtung einer Kinderkrippe die ersten Erfolge erzielt. In der Tat, die Umsetzung des Projektes „Betreutes Wohnen“ ist mir schon ein Herzensanliegen. Aber auch die Anbindung des Ortsteils Schwarzenreuth an den Hauptort Neusorg mit einem Geh- und Radweg im Zuge des Ausbaues der Kreisstraße TIR 16 hat für mich eine hohe Priorität. Hierzu habe ich auch schon verschiedene Gespräche zur Finanzierung des Bauvorhabens geführt. Es ist sicherlich ein langer und steiniger Weg, aber ich werde das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

• In deinem Wahlprogramm zur Kommunalwahl hast du ja auch die Ortsteile der Gemeinde Neusorg mit eingebunden. Wie ist dazu der derzeitige Sachstand zu den einzelnen Projekten?

Die Gestaltung eines Ortsmittelpunktes im Ortsteil Schwarzenreuth hat mittlerweile eine konkrete Planungsphase erreicht. In einer Versammlung in Schwarzenreuth habe ich den ersten Planungsvorschlag vorgestellt. Ich freue mich, dass der Gestaltungsvorschlag auf eine positive Resonanz getroffen ist. Für mich ist es wichtig, dass dieses Vorhaben ein „Projekt von den Bürgern für die Bürger“ wird. Der Wille hierzu ist von Seiten unserer Schwarzenreuther Mitbürgerinnen und Mitbürger deutlich zu erkennen.
Der Ausbau eines Wirtschaftsweges im Ortsteil Schwarzenreuth wird bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Hier möchte ich mich für die kooperative Zusammenarbeit im Vorfeld der Bauarbeiten bei den Anliegern in Schwarzenreuth bedanken. Im Ortsteil Weihermühle konnte ich auf ziemlich unbürokratische Weise einen Beitrag leisten, dass durch eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich der Ortsdurchfahrt für eine bessere Verkehrssicherheit gesorgt wurde. Die Arbeiten an der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses der Feuerwehr Riglasreuth erfahren meine volle Unterstützung. Damit würdigt die Gemeinde Neusorg auch den vorbildlichen Einsatz der vielen freiwilligen Helfer, die zum Gelingen des Vorhabens beitragen und somit einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des kommunalen Haushaltes leisten.
Im Ortsteil Wernersreuth wurde mit der Fertigstellung der Pflasterarbeiten im Bereich des Glas- und Blechcontainerstandortes ein Beitrag zur Ortsverschönerung geleistet.

• Welche Projekte siehst du vorrangig als wichtigste Aufgabe in Neusorg?

Im Hauptort Neusorg möchte ich in nächster Zeit die Neugestaltung des Friedhofsvorplatzes aufgreifen. Hierzu habe ich in Zusammenarbeit mit Herrn Schlöger vom Landratsamt Tirschenreuth eine Vorplanung zur Platzgestaltung entwickelt. Der Gemeinderat hat im Haushalt 2008 zusätzlich Mittel für Planungsleistungen bereitgestellt .Ich hoffe, dass wir bis Jahresende eine baureife Planung vorliegen haben, die wir dann auch unseren Bürgern vorstellen können.

• Zum Thema “Interkommunale Zusammenarbeit“ unter den Gemeinden ist es recht ruhig geworden. Hat es seine Aktualität verloren?

Nein, ganz im Gegenteil. Die Radwege im Fichtelnaabtal sind ein Erfolgsprodukt der Steinwald Allianz. Hier arbeiten 13 Gemeinden erfolgreich zusammen, um unsere Region vorwärts zu bringen.

• Ein ganz anderes Thema: Wie siehst du den Fortbestand der Fichtelnaabtalschule in den Gemeinden Ebnath und Neusorg?

Der Fortbestand der Fichtelnaabtalschule ist unter 2 Gesichtspunkten zu bewerten. Die Grundschule mit dem Schulort Neusorg scheint nach dem jetzigen Kenntnisstand gesichert zu sein. Darüber bin ich als Neusorger Bürgermeister einigermaßen glücklich. Allerdings bin ich um die Sicherung der Hauptschule im Schulort Ebnath besorgt. Als Mitgliedsgemeinde des Schulverbandes Fichtelnaabtal sitzen wir auch mit im Boot. Wie bereits in der Presse zu lesen war, hat der Wettstreit um die Hauptschule Waldershof bereits begonnen. Die Hauptschule Waldershof steht vor dem Aus. Die betroffenen Schüler werden ab dem Schuljahr 2009/2010 entweder der Hauptschule in Marktredwitz oder der Hauptschule der Fichtelnaabtalschule zugesprengelt. Als stellvertretender Schulverbandsvorsitzender sehe ich mich in der Verantwortung, unsere Schulstandorte für die Zukunft zu sichern. Mit meinem Bürgermeisterkollegen Herbert Rubenbauer arbeite ich eng und vertrauensvoll zusammen. An den bereits angedachten Besprechungsterminen beim Staatlichen Schulamt Tirschenreuth und bei der Regierung der Oberpfalz müssen wir entschlossen unsere Argumente vertreten. Der Einsatz lohnt sich, wir sind dazu bereit.

• Wie man aus der Zeitung entnehmen konnte, hast du dich als Bürgermeister der größten Gemeinde in der VG um den VG-Vorsitz sowie auch als Schulverbandsvorsitzender beworben. Diese Ämter wurden aber anscheinend nach der Parteizugehörigkeit vergeben.

Für mich war klar, dass ich mich um beide Ämter bewerben werde. Ich war bereit, die damit verbundenen Verantwortlichkeiten zu übernehmen. Meine sehr gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern in unserer Verwaltung wäre mir hier sehr nützlich gewesen. Außerdem bin ich der einzige VG-Bürgermeister, der seinen ständigen Arbeitsplatz im Neusorger Rathaus, dem VG-Verwaltungsgebäude, hat.
Bei der Abstimmung in der VG-Sitzung bin ich dann meinem Mitbewerber um den VG-Vorsitz, Herrn 1. Bürgermeister Jürgen Pirner, Gemeinde Pullenreuth, knapp mit 6:7 Stimmen unterlegen. Ich sehe dieses Ergebnis nicht als persönliche Niederlage an, zeigt es doch, dass ich innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft auch Vertrauen habe. In der Tat, es war eine rein parteipolitische Entscheidung, die ich als Demokrat auch respektiere. Die CSU-Allianz war auch für die Benennung des Schulverbandsvorsitzenden entscheidend. Allerdings wählte man mich einstimmig zum stellvertretenden Schulverbandsvorsitzenden. Gleichwohl, die Zusammenarbeit mit meinen Bürgermeisterkollegen innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft hat darunter nicht gelitten. Ich pflege mit meinen Bürgermeisterkollegen einen herzlichen und kollegialen Umgang. Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass dem Neusorger Bürgermeister die Führungsposition in den beiden Gremien zugeteilt wird. Fehlende Mehrheiten haben dies verhindert. Für unsere Gemeindebürger entsteht dadurch kein echter Schaden. Ich bin mit Sitz und Stimme in allen relevanten Gremien vertreten und werde mit viel Einsatz die Neusorger Interessen vertreten, ohne auch die erfolgreiche Entwicklung unserer VG-Region aus den Augen zu verlieren. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern.

Herzlichen Dank für das Sommerinterview !

 
 

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