Mit Ton-Herzen die Herzen gewinnen

Veröffentlicht am 16.08.2013 in Presse

Berthold Kellner und Brigitte Scharf ziehen vier Wochen vor der Wahl eine erste Bilanz
Eine anstrengende Sommertour haben Berthold Kellner und Brigitte Scharf schon hinter sich. Heute startet der Landtagskandidat der SPD noch eine strapaziöse Fleißarbeit: Bis zu den Wahlen in vier Wochen will er zusätzlich 3000 Haushalte besuchen und sich persönlich vorstellen.
Dass er dem amtierenden Stimmkreisabgeordneten von der CSU das Direktmandat abjagen könnte, darüber gibt sich der Geschäftsführer der Lebenshilfe im Landkreis nicht unbedingt großen Illusionen hin. „Aber es schadet sicher nicht, wenn unser Raum mit einem zweiten Abgeordneten im Landtag vertreten wäre“, hofft er auf breite Unterstützung. Der 49-Jährige versteht sich von seiner privaten Einstellung und dem beruflichen Werdegang als Kümmerer und will „von Herzen gerne“ ins Maximilianeum wechseln. „Herzen aus Ton“ hat er deshalb auch unter seinen Wahlkampf-Geschenken. „Die gibt es nirgends zu kaufen, sind von Hand gemacht, hier in der Region.“

Über 20 Firmen und Einrichtungen, von Handel und Handwerk über Industrie und Dienstleistung bis hin zu sozialen Organisationen haben er und Brigitte Scharf, die wiederum für den Bezirkstag kandidiert, in den vergangenen Wochen besucht, sind an Infoständen mit vielen Besuchern persönlich in Kontakt gekommen. „Die Stimmung ist durchwegs positiv“, erzählen die beiden in einer ersten Bilanz.
Der Fachkräftemangel sei längst angekommen. „Wir müssen hier mehr tun, sonst werden wir von den Ballungsräumen noch weiter abgehängt“, meint Kellner. Bildung und Ausbildung sind hier nach seiner Meinung die Mittel erster Wahl, weshalb er schon darauf besteht, „dass die Schule vor Ort bleiben und das Aussortieren nach der vierten Klasse in dieser strengen Art aufhören muss“.
Neben leistungsfähigen Schulen aller Richtungen redet der Sprecher der Oberpfälzer Lebenshilfen vor allem auch der Ausgründung einer Fachhochschule in den Landkreis das Wort, wie es beispielsweise in Deggendorf geschehen ist. Auch wenn es einige Leuchttürme gibt: Kellner sieht sich in einer Internet-Diaspora, die erst auf Geschwindigkeit gebracht werden muss. Breitbandversorgung ist für ihn die „Eisenbahn des 21. Jahrhunderts“, eine Infrastrukturvorsorge wie früher Wasser und Kanal.
Der in Parkstein wohnende Familienvater sieht in der Region durchaus das Potenzial, energieautark zu werden. „Die nördliche Oberpfalz kauft für 500 Millionen Euro Energie zu. Wenn wir nur 20 Prozent selber erzeugen, wären das 100 Millionen Euro Kaufkraft für die Region.“ Außerdem fordert Kellner ein Zukunftsprogramm, um ohne Stabilisierungshilfen die nördliche Oberpfalz selbst zu entwickeln.
Die Politik der Gelderverteilung versteht Brigitte Scharf nicht. Sie plädiert für einen gezielten Umbau in den Kommunen. „Nur wer eh schon genügend Eigenmittel hat, kriegt auch noch zusätzlich etwas.“ Die Bezirksrätin ist immer wieder überrascht, wie wenig die Arbeit des Bezirks bekannt ist. „Wer gesund ist, keine Behinderung hat, kein Pflegeheim oder sonst was braucht, der interessiert sich nicht dafür. Dabei hält der Bezirk quasi von der Geburt bis ins hohe Alter die vielfältigsten Einrichtungen vor.“ 92 Prozent des Haushalts sei für Soziales.

Bild und Text: Berthold Zeitler für Der Neue Tag

 
 

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