Kleine Häuser extrem gefährdet

Veröffentlicht am 09.07.2013 in Kreistagsfraktion

Regionalleiter Otto Tafelmeyer (rechts) informierte die SPD-Delegation mit Rainer Fischer an der Spitze

Sparpotentiale längst ausgeschöpft – SPD fordert Neustrukturierung der Krankenhausfinanzierung
„Ohne deutliche Korrekturen in der Krankenhausfinanzierung durch Bund und Land ist die Existenz gerade der kleinen Häuser extrem gefährdet.“ Regionalleiter Otto Tafelmeyer sprach beim Informationsbesuch der Kreis-SPD in Tirschenreuth Klartext. Und stieß auf offene Ohren. Aktuelle Probleme der stationären Gesundheitsversorgung im Landkreis standen im Mittelpunkt der Diskussion. Regionalleiter Otto Tafelmeyer führte zunächst durch das Haus und machte beim neu angeschafften Computertomographen Station. Auch das Gesundheitszentrum in Waldsassen und das Krankenhaus in Kemnath, so Tafelmeyer, seien mit diesen neuen Diagnostik-Geräten ausgestattet worden.

Die Investitionen nannte der Sprecher ein deutliches Zeichen der Wertschätzung auch der kleineren Häuser im Verbund der Kliniken Nordoberpfalz AG. Die höhere Leistungsfähigkeit der Geräte, verbunden mit einer geringeren Strahlenbelastung, komme nun den Patienten zugute. Beeindruckt zeigten sich die Besucher von dem neu gestalteten Verabschiedungsraum, dessen Ausgestaltung vorwiegend durch Spenden finanziert wurde. „Ein kleines und doch so wichtiges Zeichen dafür, dass in unseren Krankenhäusern trotz aller wirtschaftlichen Zwänge auch noch Raum für Mitmenschlichkeit bleibt“, so Bezirksrätin Brigitte Scharf.
Fraktionsvorsitzender Rainer Fischer wies eindringlich auf die zunehmende Bedeutung gerade dieser Häuser für die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Regionen hin. Bei dem sich abzeichnenden Hausärztemangel werden die Probleme nur durch eine enge Verzahnung der ambulanten mit der stationären Versorgung zu lösen sein. Es sei nicht hinzunehmen, so Fischer weiter, dass den Krankenhäuser durch gesetzliche Kürzungen in den Jahren 2011 bis 2014 mehr als zwei Milliarden Euro entzogen und gleichzeitig bei den Krankenkassen und im Gesundheitsfonds Überschüsse von deutlich mehr als 20 Milliarden Euro gehortet würden. Die Sparpotentiale bei den Häusern, insbesondere bei den Beschäftigten, seien längst ausgeschöpft, eine nachhaltige Neustrukturierung und Verbesserung der Krankenhausfinanzierung deshalb nun zwingend geboten. Die kurz vor den Wahlen diskutierte Soforthilfe von etwa einer Milliarde Euro sei allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein.
„Wenn 96 Prozent der Bürger ein Krankenhaus in Wohnortnähe für bedeutsam halten, dann muss dieses Votum auch bei den Bemühungen Berücksichtigung finden, der Abwanderung aus den grenznahen Landkreisen entgegenzuwirken.“ Hier könne ein deutlicher Beweis dafür angetreten werden, dass den vielen Worten über die Stärkung des ländlichen Raumes endlich auch entsprechende Taten folgen. Die Kommunalpolitiker appellierten an die Leitung der Kliniken AG, weiterhin auf die Belange der kleineren Standorte zu achten, und baten eindringlichen die Bevölkerung, die Krankenhäuser auch anzunehmen.

Bild und Text: HBH

 
 

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