„Jeder Landkreis braucht zwei Energieberater“

Veröffentlicht am 23.10.2012 in Allgemein

MdL Ludwig Wörner, stellvert. Vorsitzender der Energiekommission im Bayerischen Landtag

Sozialdemokraten sehen in der Energiewende einen Zukunftsmotor – Vortrag von MdL Ludwig Wörner – Diskussion

„Jeder Landkreis in Bayern braucht zwei Energieberater, die er an die Kommunen ausleiht“, forderte SPD-Landtagsabgeordneter Ludwig Wörner. „Das sollten wir uns leisten können“, blickte Wörner auf die Kosten. Der Abgeordnete ist stellvertretender Vorsitzender der Energiekommission und sprach zum Thema „Energiewende in der Region als Zukunftsmotor“, vor etwa 50 Zuhörern im Schaumberger-Saal.

MdL Annette Karl benannte ihr klares Ziel. „Wie schaffen wir es, unsere Ressourcen gemeinsam vorwärts zu bringen“. Dabei will sie es den Kommunen vor Ort überlassen, welche Energieformen sie wählen. Ziel sei es, die Energieversorgung möglichst dezentral zu verteilen. In diesem Zusammenhang bedauerte sie, dass im Regionalplan Flächen berücksichtigt sind, die Kommunen nicht wollen. Dafür kämen Flächen, die von den Kommunen und Bürger erarbeitet wurden, im Regionalplan kaum vor. Frau Karl forderte die Planer auf, dies zu korrigieren. Edgar Wenisch, energiepolitischer Sprecher des SPD-Kreisverbands, machte gleich deutlich, dass er für Windkraft einsteht. „Unser Grundsatz gilt, Windkraft dort, wo die Wertschöpfung bei der Bevölkerung bleibt“. Freilich werde sich durch die Anlagen die Landschaft verändern. „Wir wollen sie aber nicht zerstören“, versicherte Wenisch. Abschließend fragte er: „Warum ist es schändlich, mit Windkraftanlagen Geld zu verdienen. Atomkraftwerke wurden auch gebaut, ohne caritativ tätig zu sein“.

Die Bürger mitnehmen
MdL Ludwig Wörner betonte, dass sich der Bayerische Landtag einig sei, die Wende in der Energieversorgung zu schaffen. Der Abgeordnete erinnerte, dass in der Photovoltaik innerhalb von zehn Jahren die Leistung verdoppelt worden sei. Freilich müssten die Bürger auf dem Weg energieautark zu werden auch mitgenommen werden. Klar müsse aber auch sein, dass der Strom für Ballungszentren dort nicht erzeugt werden kann. Ziel der Sozialdemokraten sei es, ein europäisches Hochleistungsnetz zu schaffen. Wörner zeigte sich auch überzeugt, dass erneuerbare Energien Arbeitsplätze schaffen.

Speicherung vorantreiben
Vorangetrieben werden müsse natürlich auch die Suche nach Speicherung.
Nicht ausblenden wollte der Abgeordnete die Wasserkraft. „Bei uns sind viele Stauseen stillgelegt, diese wieder neu zu beleben, müsse ein Ziel sein“. Wörner verurteilte Panikmache gegen Windkraft. Die Gegner forderte er zum Nachdenken auf, „wollen wir die Energiewende und den Klimaschutz“. In diesem Zusammenhang sagte Wörner, dass ein schnurloses Telefon zu Hause mehr Strahlen verbreite, als ein Windrad. Als bestes Model zur Realisierung einer Windkraftanlage sah der Abgeordnete die genossenschaftliche Form an. „In einer Energie-Genossenschaft kann sich jeder einbringen. Dies ist das beste Modell, die Menschen an der Zukunft unserer Heimat zu beteiligen“.
Verstaatlichung der Netze 
Kritisch sah der SPD-Energieexperte den Kauf der Netze durch den Freistaat Bayern. „Wäre dies nicht geschehen, würden wir uns heute wesentlich leichter tun“. Wörner forderte eine Verstaatlichung der Netze. Den Energiebefürwortern in der Region riet er, „zieht eure Projekte durch, dann könnt ihr in 15 Jahren energieautark sein“.
Anschließend wurde in der Diskussion leidenschaftlich über die Energiewende diskutiert. Auch Vertreter der Bürgerinitiative „Gegenwind“ meldeten sich zu Wort.

Bild und Text: Josef Rosner für Der Neue Tag

 
 

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